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Quelle:meinfussball.at vom 1. Juli 2020

Ex-LAZ-Trainer David Heichinger hätte vom Verband mit einem Vertrag ausgestatten werden müssen. „PRAE“ nicht zulässig.

Recht schadenfroh spielte die Fußballergewerkschaft VdF (Vereinigung der Fußballer) der NÖN ein Urteil zweiter Instanz des Oberlandesgerichts Wien zu. Festgestellt wurde da, dass Trainer David Heichinger zu Unrecht vom NÖ Fußballverband als LAZ-Trainer mittels pauschaler Aufwandsentschädigung – auch „PRAE“ genannt – entschädigt wurde.

Ins Rollen kam der Fall vor einem Jahr deshalb, weil der Verband seinen Trainer von Horn nach Zwettl versetzen wollte, Heichinger damit aber nicht einverstanden war. „Da Heichinger Monat für Monat 540 Euro bekam, stellte das Gericht fest, dass es sich hier um ein sogenanntes Fixum handle und um keine Aufwandsentschädigung. Er hätte demnach einen befristeten Vertrag bekommen müssen. Das predigen wir im Übrigen seit Jahren“, beschreibt Gewerkschafter Gernot Zirngast.

NÖFV-Präsident Hans Gartner sieht die Sache ein wenig anders. Er merkt an, dass es bei diesem Urteil um einen Trainer ging, bei dem die Pauschale-Reisekosten-Aufwands-Entschädigung eben nicht schlagend wurde, weil eben kein Aufwand mehr gegenüberstand, ab dem Zeitpunkt, da der NÖFV nicht mehr auf die Dienste von Heichinger zurückgreifen wollte. „Und da hat die Richterin festgestellt, dass die Beendigung des Dienstverhältnisses nicht ordnungsgemäß war.“

Dass der NÖFV jetzt all seine LAZ-Trainer – und davon gibt es niederösterreichweit Dutzende – mit Verträgen ausstatten muss, glaubt Gartner nicht.

„Jetzt ist es offiziell, dass der Verband selbst nicht weiß, wie er seine Trainer richtig entlohnt. Kein Wunder, dass es seine Vereine auch nicht wissen“, merkt der Gewerkschafter an.

Zirngast glaubt, dass dieses Urteil auch Auswirkungen auf den Amateurfußball haben wird. Doch nicht nur die Bezahlung eines Fixums widerspricht der Ansicht des Gewerkschafters nach der PRAE-Regelung, auch Punkteprämien seien nicht zulässig: „Wer Punkteprämien auszahlt, tritt jedenfalls als Arbeitgeber auf.“ Die Gewerkschaft hofft darauf, dass der ÖFB endlich für Klarheit und Chancengleichheit im Unterhausfußball sorgt.