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Coronavirus  Für Notfall vorgesorgt

Publiziert von Wolfgang Wallner am 5. Aug. 2020    Quelle: meinfussball.at

Meisterschaften können bei Abbruch zur Halbzeit gewertet werden. Fünf Wechsel auch im Unterhaus erlaubt.

„Die Saison wird herausfordernd für alle, darauf müssen wir uns einstellen!“ NÖFV-Präsident Hans Gartner stimmt Kicker und Funktionäre auf eine Spielzeit ein, die mehr Hürden in petto haben wird als je zuvor. Mit seinen Kollegen im ÖFB-Präsidium hat Gartner versucht, die Weichen zu stellen – auch für den Worst Case eines Meisterschaftsabbruchs.

• Infizierte Spieler: Sie dürfen an Bewerbs- wie Freundschaftsspielen nicht teilnehmen. Im ÖFB-Regulativ regelt nun § 4, dass positiv auf Covid19 getesteten Fußballern die Spielberechtigung – auf Zeit – entzogen werden kann. Für Verdachtsfälle, etwa Kontaktpersonen von Infizierte, ist eine „Ruhendstellung“ vorgesehen. Gartner sieht hier noch Klärungsbedarf auf Ebene der Landesverbände. „Wir werden uns in Niederösterreich zusammensetzen, uns genau anschauen, wann ein Spiel zu verschieben ist“, erläutert der NÖFV-Boss. Also ob schon ein Kicker in Quarantäne zur Absage führt. „Alle Eventualitäten werden wir aber nicht vorab regeln können“, dämpft Gartner die Erwartungen. Was die „Grenzgänger“ betrifft, möchte sich der Präsident allerdings „aus dem Fenster lehnen. Wenn ein Legionär aufgrund von Einreisebeschränkungen nicht kommen kann, wird das kein Absagegrund sein.“

• Fünf Spielerwechsel sind 2020/21 – so wie im Profibereich – auch bei den Amateuren erlaubt. Drei Austauschgelegenheiten (plus Halbzeitpause) stehen den Trainern zur Verfügung. Dass aber am Blankett weiterhin nur 16 Kicker vermerkt werden dürfen (Bundesliga: 18), stößt einigen Funktionären sauer auf. Von einem Schildbürgerstreich will Gartner jedoch nichts wissen. „Die Regeländerung kam ja erst nach Transferschluss, die Klubs konnten nicht reagieren, würden bei 18 Spielern am Spielbericht womöglich mehr Kicker brauchen und auch höhere Kosten haben“, glaubt der Präsident.
Außerdem wären Adaptionen bei den Betreuerbänken nötig: „Für eine Übergangsregel ist das nicht sinnvoll.“

• Meisterschaftsabbruch: Der ÖFB spielt den Ball an die Landesverbände weiter, legt aber fest, dass die Meisterschaft gewertet werden soll, wenn wenigstens eine komplette Hinrunde ausgetragen wurde. „Wir haben jetzt ein Instrument an der Hand, das wir im Frühjahr nicht hatten“, sagt Gartner. Vorgesehen ist der Aufstieg des Meisters, nicht aber der Abstieg des Letzten. In diesem Fall können die Ligengrößen überschritten werden, müssen in der Folgesaison aber wieder eingehalten werden. Ob fix die Herbstwertung herangezogen oder bei einem Abbruch spät in der Frühjahrssaison der aktuelle Tabellenstand herangezogen würde, will Gartner offenlassen. „Der Zweite könnte argumentieren, dass der Führende noch nicht gegen alle schweren Gegner gespielt hat.“